Mieten werden für viele zum Alptraum

Luxus – Objekt Wohnung: Hier hakt es in der Stadt

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Die Stadt des Luxus, die Stadt der Reichen und Schönen: Damit schmückt sich Düsseldorf – was auch gut ist. Aber es gibt auch eine Kehrseite der goldenen Medaille: Menschen, die nicht so viel Geld in der Tasche haben, schauen oft in die Röhre, wenn es um Mieten geht. Und das hat gleich mehrere Gründe, wie Hans-Jochem Witzke, 1. Vorsitzender des Mietervereins Düsseldorf und Vorsitzender des Mieterbundes NRW, EXPRESS erklärt.

Kaum eine Woche, in der in der Landeshauptstadt nicht geniale Bauprojekte vorgestellt oder prämiert wer-den: Kö-Bogen II, Umbau der Commerzbank an der Kö, die Pläne für eine neue Oper.

Doch wenn es ums Wohnen geht, wird es in Düsseldorf eng: hohe Preise und wenige Neu-bauten. Das ärgert Hans-Jochen Witzke – stellt aber auch klar: „Die Stadt bemüht sich.“

Doch zu oft würden Bau-grundstücke zu Spekulations-objekten. Beispiel Glasmacher-viertel: „Als ich vor 14 Jahren aus dem Rat ausgeschieden bin, hätte es da schon losgehen können. Doch die Grundstücke gingen von Hand zu Hand, wurden immer teurer und zur Handels-ware. Nichts ist passiert.“

Ähnlich die Situation hinterm Hauptbahnhof beim „Grand Central“ (EXPRESS berichtete). „Auch da tut sich nichts“, so Witzke. Er kritisiert deshalb, dass das Land NRW den Kommunen das Instrument des „Baulandmobilisierungsgesetzes“ verweigert.

Ebenfalls problematisch: die Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen über Eigenbedarf, wie es aktuell in Unterbilk passiere. Der Mieterbund-Chef wünscht sich des-halb die „Unterschutzstellung von Wohngebieten vor Um-wandlung“.

Für den Miet-Experten glasklar: „Wenn Flächen da sind, muss man sie nutzen!“ Kein Verständnis hat Witzke deshalb, wenn in Benrath-Ost ein Aldi mit riesigem Parkplatz unter freien Himmel dazu gebaut werde. „Da hätte man ja auch mal an eine Überbauung denken können.“

Die Mieten pro Quadratmeter liegen in Düsseldorf im Schnitt bei 12,74 Euro, die Durchschnittsmiete laut Immowelt-Studie bei 1100 Euro. Fatal: „Es gibt die Schicht der gut verdienenden Leute. Da sagen sich viele Bauherren: Für die bauen wir jetzt. Und so ist dann gebaut worden“, erklärt Witzke.

Dass seit 2013 in Düsseldorf 1355 öffentlich geförderte und 1250 preisgedämpfte Wohnungen gebaut wurden, kommentiert der Mieterbund-Boss deutlich: „Das ist ja nichts.“

Die Situation ist also angespannt. Der Mieterverein Düsseldorf: „Besonders hart trifft es Haushalte mit kleinen und mittleren Einkünften, also mindestens jeden zweiten. Deshalb müssen die Fertigstellungen im sozialen Wohnungsbau für eine ganze Reihe von Jahren verdoppelt und verdreifacht werden.“

 

Mit freundlicher Genehmigung der Express | Marion Steeger

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