Der Deutscher Mieterbund Nordrhein-Westfalen e.V. (DMB NRW) begrüßt den leichten Anstieg der Baugenehmigungen in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2025. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 10,7 Prozent mehr Wohnungen genehmigt, besonders deutlich legten die Genehmigungen von Einfamilienhäusern zu. Der Anstieg bei Mehrfamilienhäusern um 4,8 Prozent blieb hinter den Erwartungen des DMB NRW zurück. Mit 24.555 Einheiten liegen die Genehmigungen in diesem Bereich immer noch deutlich hinter den Zahlen aus den Jahren 2015 bis 2022.
„Die Trendwende bei den Genehmigungen ist ein positives Zeichen. Doch nur ‚bauen, bauen, bauen‘ allein reicht nicht. Wenn überwiegend Einfamilienhäuser, hochpreisige Eigentumswohnungen oder teure Neubau-Mietwohnungen entstehen, wird der Druck auf dem Mietmarkt nicht sinken“, erklärt Hans-Jochem Witzke, 1. Vorsitzender des DMB NRW. „Wir brauchen gezielt mehr öffentlich geförderten und dauerhaft preisgebundenen Wohnraum. Um den Bedarf zu decken, sind pro Jahr 25.000 neue Sozialwohnungen nötig.“
In Anbetracht der grassierenden Wohnungsnot, reichen die 44.908 genehmigten Wohnungen nicht aus. Zudem bedeuten genehmigte Wohnungen noch lange keine fertiggestellten Wohnungen, und daher wird es noch dauern, bis es auch spürbare Auswirkungen auf die angespannten Wohnungsmärkte geben wird: „Zwischen Baugenehmigung und Schlüsselübergabe liegen oft mehrere Jahre. Für viele Mieterinnen und Mieter, die heute unter massiv steigenden Mieten leiden, bringt diese Statistik noch keine Entlastung“, so Witzke.
„Bau-Turbo“ allein löst das Problem nicht
Schnellere Genehmigungsverfahren, wie jetzt durch den „Bau-Turbo“ möglich, können aus Sicht des DMB NRW zwar sinnvoll sein, doch ohne flankierende Maßnahmen für bezahlbare Mieten bleibe der Effekt begrenzt.
„Der Bau-Turbo darf kein Luxuswohnungs-Turbo werden. Entscheidend ist, dass die neu entstehenden Wohnungen für Durchschnittsverdiener, Familien, Auszubildende und Rentnerinnen bezahlbar sind“, so Witzke.