Im heute veröffentlichen Geschäftsbericht vermeldet die LEG Immobilien SE steigende Dividenden. Insgesamt sollen 220,7 Mio. Euro an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Die Gewinne speisen sich aus den kräftigen Mieterhöhungen und verantwortungsloser Zurückhaltung bei Instandhaltungen. Leittragend sind die Mieterinnen und Mieter.
„Die LEG holt das Maximale aus ihren Beständen für die Aktionäre raus. Die Mieterinnen und Mieter zahlen die Zeche – und zwar doppelt. Auf der einen Seite schraubt das Unternehmen die Mieten in die Höhe, dass es kracht, und auf der anderen Seite werden die Gebäude immer stärker vernachlässigt“, so Hans-Jochem Witzke, Vorsitzender des DMB-NRW.
„Es ist ein Punkt erreicht, an dem sich die Politik öffentlich vor die Mieterinnen und Mieter stellen und den Druck auf die LEG erhöhen muss. Denn der Konzern beweist einmal mehr, dass er als zweigrößtes Wohnungsunternehmen des Landes seinem gesellschaftlichen Auftrag nicht nachkommt, Wohnungen in ordentlichem Zustand und zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung zu stellen.“
Etliche Mieterinnen und Mieter sind frustriert, denn sie zahlen einen großen Teil ihres Einkommens für die Miete und bekommen dafür Schimmel und defekte Heizungen. Das gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und erschüttert den Glauben an die Demokratie. Hier muss die Politik klare Kante zeigen und die LEG in die Schranken weisen. Auf kommunaler Ebene ist dies vor allem durch eine resolute und engagierte Wohnungsaufsicht möglich. Aufgabe der Landesregierung ist es, die kommunalen Behörden entsprechend auszustatten.
Im Jahr 2025 stiegen die Mieten bei der LEG um 3,5%. Bei den Wohnungen ohne Preisbindung lag die Steigerung bei 4% und damit auf dem Rekordniveau des Vorjahres. Die Mietervereine des Deutschen Mieterbundes beobachten, dass die Mieterhöhungen der LEG oftmals fehlerhaft sind. Aktuell versucht das Unternehmen Mieterhöhungen mittels drei Vergleichswohnungen zu begründen und deutlich über die Mietspiegelmieten hinauszugehen. Damit greift die LEG das Prinzip des Mietspiegels an und den Mieterinnen und Mietern noch tiefer in die Tasche. Wir empfehlen jede Mieterhöhung von einem Mieterverein prüfen zu lassen.
Mieterhöhungen in diesem Ausmaß sind vor allem aufgrund der grassierenden Wohnungsnot möglich. Die LEG profitiert davon und schreibt in ihrem Geschäftsbericht unverhohlen, dass der „Nachfrageüberhang“ gut für die Geschäftsaussichten ist, da die Mieten weiter steigen werden. Gleichzeitig zieht sie sich aus dem Neubaugeschäft zurück und verschärft somit die Wohnungsnot.
Allein in den ersten zwei Monaten dieses Jahres hat der DMB NRW 25 Presseartikel aus 15 Städten gesammelt, die teils massive Vernachlässigungen der LEG-Bestände belegen. Dabei sind diese Artikel nur die Spitze des Eisbergs. In unseren Beratungen sind Wasserschäden, verschleppte Schimmelbeseitigung, Ungezieferbefall, defekte Heizungen und Aufzüge an der Tagesordnung. „Die LEG spart an Instandhaltung und Instandsetzung. Häufig werden Mieterinnen und Mieter vertröstet, und am Ende wird gar nichts getan. Mit dieser Verzögerungstaktik darf die LEG nicht länger durchkommen“, so Witzke.