„In der jetzigen Situation kann man das nur unanständig finden!“ 

Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia veröffentlicht seinen Bericht über das erste Halbjahr 2022. Trotz aller Krisen sprudeln die Gewinne auf Kosten der Mieter weiter. Der Mieterbund NRW kritisiert das Geschäftsmodell börsennotierter Wohnungsunternehmen.

Die Kommunikation des Bochumer Wohnungskonzerns Vonovia könnte kaum widersprüchlicher sein. Während in den vergangenen Monaten verlautbart wurde, dass die Mieten aufgrund der Inflation steigen „müssten“ und im Mai auch der Ruf nach Staatshilfen wegen gestiegener Energiekosten ausgesprochen wurde, klingen die an Investoren gerichteten Verlautbarungen zu den wirtschaftlichen Ergebnissen ganz anders: So auch heute anlässlich des Halbjahresergebnis für das erste Halbjahr 2022. „Nach wie vor zahlen die Mieterinnen und Mieter die immensen Gewinne und Dividenden“, ärgert sich Hans-Jochem Witzke, Vorsitzender des Deutschen Mieterbundes NRW. „Eine faire Beteiligung an den aktuellen Krisen wäre die Rückgabe von Teilen dieser Gewinne an Mieterinnen und Mieter.“

Der Wohnungskonzern gab heute bekannt, in den ersten sechs Monaten 2022 einen operativen Gewinn (FFO) von rund 1,063 Milliarden EUR erzielt zu haben. Krisenbedingte Einschränkungen sind hierbei nicht erkennbar. Dort, wo es möglich war, werden die Mieten mit unverminderter Geschwindigkeit angehoben, die Mietsteigerung (organisch) lag laut der Veröffentlichung des Konzerns bei 3,4 % in 6 Monaten, im Durchschnitt müssen für Vonovia-Wohnungen 7,44 € monatlich pro m² gezahlt werden.

Zugleich werden viele Mieterinnen und Mieter von den geradezu explodierenden Heizkosten, der hohen allgemeinen Inflation und den wirtschaftlichen Nachwirkungen der Corona-Krise bis über ihre Leistungsfähigkeit hinweg belastet. Der DMB NRW fordert neben Sofortmaßnahmen zur Hilfe für die Mieterinnen und Mieter perspektivisch, dass die im Koalitionsvertrag auf Bundesebene angekündigte „Neue Gemeinnützigkeit“ zügig eingeführt wird, um einen Wohnungsmarkt ohne Profitgier zu ermöglichen, statt Wohnungskonzerne gesellschaftlich zu dulden, die fast die Hälfte der eingenommenen Kaltmieten an ihre Aktionäre ausschütten. 

„Viele Genossenschaften und kommunale Wohnungsunternehmen zeigen bereits jetzt, dass eine nachhaltige Bewirtschaftung möglich und gleichzeitig wirtschaftlich rentabel ist. Unanständig am Verhalten solcher Konzerne ist die Marktlogik, Gewinne auf Kosten der Menschen immer weiter maximieren zu müssen. Wohnen ist ein Grundbedürfnis, Wohnungen gehören nicht an die Börse,“ so Witzke weiter.

Vonovia steht nicht nur wegen ihres Geschäftsmodells in der Kritik. In den 48 dem DMB NRW angeschlossenen Mietervereinen kommen immer wieder Beschwerden, z.B. wegen unberechtigter Mieterhöhungen, fehlerhafter Betriebskosten oder Wohnungsmängel im Bestand des Unternehmens, an.

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